0221 27129356 kontakt@p-konto.de

Für einmalige Geldleistungen im Sinne des § 54 Abs. 2 SGB I kann in dem Monat, in dem die Leistungen auf das P-Konto gezahlt werden ein zusätzlicher Freibetrag eingerichtet werden, um die Leistungen vor einer Pfändung zu schützen.

Hierfür reicht es in der Regel aus, der Bank den Bescheid über die Bewilligung der Leistungen vorzulegen, um einen einmaligen weiteren Freibetrag auf dem Pfändungsschutzkonto zu erhalten.

Nur wenn die Bank den Nachweis in Form des Bescheides nicht akzeptiert, muss eine P-Konto Bescheinigung vorgelegt werden.

Mit der P-Konto Bescheinigung können folgende einmalige Leistungen bei einer Kontopfändung geschützt werden:

  • Abfindung bei Wiederheirat gemäß § 80 SGB VII
  • Beitragserstattungen gemäß § 210 SGB VI und § 75 ALG
  • Besondere Unterstützungen gemäß § 39 Abs. 2 SGB VII
  • Bestattungsgeld gemäß §§ 36, 53 BVG und § 39 SGB XI
  • Darlehen/Beihilfen nach SGB II und SGB XII
  • Einmalige Eingliederungsmaßnahmen in Form von Auslagenerstattungen bei Anbahnung und Aufnahme einer beruflichen oder schulische Ausbildung oder eines versicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnisses gemäß § 16 SGB II i. V. m. § 45 SGB III, § 16 SGB II i. V. m. § 46 SGB III, § 16f SGB II
  • Einmalige Leistungen zur Sicherung des Lebensunterhalts in Form von abweichenden Leistungen gemäß § 23 Abs. 1, Abs. 3 SGB II
  • Erstausstattung bei Schwangerschaft, Geburt und nach Haftentlassung
  • Erstattung des Eigenanteils an zur kieferorthopädischen Behandlung gemäß § 29 SGB V
  • Erstattung der Heizkosten-/Nebekosten-Differenz für das zurückliegende Kalenderjahr durch den Jobcenter
  • Erstattung der Kosten für eine selbstbeschaffte Betriebs- oder Haushaltshilfe in der landwirtschaftlichen Krankenversicherung gemäß §§ 26 und 27 KVLG und §§ 9 und 10 KVLG
  • Erstattung des Verdienstausfalls für eine aus medizinischen Gründen notwendige Mitaufnahme einer Begleitperson des versicherten zur stationären Behandlung an den Versicherten gemäß § 11 Abs. 3 SGB V
  • Erstattung des Verdienstausfalls und der Fahrtkosten im Zusammenhang mit den erforderlichen Nachuntersuchungen
  • Erstattung von Kosten bei Behandlung außerhalb des Geltungsbereichs des EG-Vertrages/EWG-Abkommens gemäß § 18 SGB V
  • Freie Förderungen gemäß § 16f SGB II
  • Kapitalabfindungen gemäß § 72 BVG
  • Kostenerstattungen gemäß §§ 13 Abs. 2 bis 6, 15 SGB V
  • Kosten von Klassenfahrten, wenn Sie vom Jobcenter übernommen werden
  • Leistungen bei Beschäftigung im Ausland gemäß § 17 SGB V
  • Leistungen bei Schutzimpfungen gemäß § 20d Abs. 2 SGB V
  • Leistungen für die Schule gemäß § 24a SGB II
  • Leistungen zur Eingliederung von Selbständigen gemäß § 16c SGB II
  • Leistungen zur primären Prävention gemäß § 20 Abs. 1 SGB V
  • Rentenabfindungen gemäß §§ 75ff SGB VII, § 44 BVG
  • Sterbegeld gemäß § 64 SGB VII, § 37 BVG
  • Teilkostenerstattungen gemäß § 14 SGB V
  • Witwen- und Witwerrentenabfindung gemäß § 107 SGB VI
  • Witwen-/Witwer-/Waisenbeihilfen gemäß § 71 SGB VII
  • Wohngeld gemäß WoGG
  • Zuschüsse der Pflegekasse für Maßnahmen der Wohnumfeldverbesserung gemäß § 40 Abs. 4 SGB XI
  • Zuschüsse für Erholungsaufenthalte für Schwerbehinderte gemäß § 39 Abs. 1 Nr. 2 SGB VII
  • Zuschuss zu medizinischen ambulanten Vorsorgeleistungen in einem anerkannten Kurort gemäß § 23 Abs. 2 Satz 2 und 3 SGB V

Zu den einmaligen Geldleistungen gehören nicht Nachzahlungen von Sozialleistungen für zurückliegende Zeiträume. Nachzahlungen können mit einer P-Konto Bescheinigung nicht geschützt werden. Wenn Sie eine Nachzahlung erhalten müssen Sie bei der Vollstreckungsstelle einen Antrag stellen, dass Sie für die Nachzahlung einen einmaligen erhöhten Freibetrag erhalten.

Hierfür müssen Sie folgende Unterlagen im Rahmen des Antrags vorlegen:

  • Kontoauszüge der letzten drei Monate
  • Abrechnung über die zu schützenden Leistungen (Bescheid über die Nachzahlung)
  • Pfändungsbeschluss über die bestehende Kontopfändung

Die Vollstreckungsstelle ist das Amtsgericht an Ihrem Wohnort, das den Beschluss über die Kontopfändung erlassen hat. Wurde die Pfändung durch das Finanzamt erlassen, muss der Freigabeantrag für Ihr Pfändungsschutzkonto beim Finanzamt gestellt werden.