So kannst Du Deine Schulden ermitteln: Drei Schritte, damit Du aktuell Bescheid weißt

Zu hohe Schulden belasten Dich – in mehrfacher Hinsicht!

Du hast finanzielle Sorgen, wenn Dein Einkommen nicht mehr ausreicht, um den Sollstand Deines Kontos abzudecken. Du kannst Raten nicht mehr bezahlen, es wird schwierig, monatliche Ausgaben wie Miete, Strom und Lebenshaltungskosten zu bezahlen.

Du machst Dir laufend Sorgen, Du schläfst schlecht. Das hat auch gesundheitliche Folgen.

Jetzt ist es wichtig, erst einmal die Gesamthöhe Deiner Schulden zu ermitteln. Informiere Dich jetzt, wie Du in drei Schritten Deine Schulden ermitteln kannst!

Schulden herausfinden

Inhaltsverzeichnis

Auf einen Blick: So kannst Du Deine Schulden ermitteln

1. Suche in Deinen Unterlagen alle Rechnungen und Mahnungen. Dazu gehören sowohl Briefe als auch E-Mails.

2. Beantrage eine Selbstauskunft bei der Schufa.

3. Finde heraus, welche Mahnverfahren und gerichtlichen Entscheidungen Dich betreffen.

Ich erkläre Dir die einzelnen Schritte noch etwas genauer.

Schritt 1: Briefe öffnen, Mails ausdrucken

Der erste Punkt ist oft der kritischste: Wenn sich die Post stapelt und Du Briefe gar nicht mehr öffnest, ist es höchste Zeit, um zu handeln.

Post immer aufmachen!

Auch wenn der Inhalt nicht erfreulich ist, es handelt sich zunächst mal nur um Papier. Du kannst nur herausfinden, wie hoch Deine Schulden sind, wenn Du informiert bist.

Also: Schubladen auf, Briefe raus, alles aufmachen. Sollten Rechnungen und Mahnungen per E-Mail eingetroffen sein, druckst Du die betreffenden Mails aus. Als Mail kommt meist nur die erste Mahnung, dann gehen Gläubiger zur Briefform über.

Nachdem Du alle Dokumente gesammelt hast, sortierst Du fällige Rechnungen und Mahnschreiben nach Gläubigern.

Achtung: Versandhäuser, aber auch andere Gläubiger, schalten oft ein Inkassounternehmen ein. Achte darauf, die Korrespondenz richtig zuzuordnen.

Lege eine Liste an und trage die Namen der Gläubiger sowie die Höhe der jeweiligen Schulden ein.

Anschließend addierst Du die Beträge. Falls Du nicht sicher bist, ob Du aktuelle Daten über die Höhe der Rückstände hast, kannst Du Deine Gläubiger anschreiben und um eine Auskunft bitten.

Wenn Du Deine Schulden ermitteln möchtest, geht es aber nicht nur um Rechnungen und Mahnungen.

Hast Du laufende Kredite? Um wie viel ist Dein Konto überzogen? Handelt es sich um einen Dispokredit oder um eine genehmigte Überziehung?

Suche alle Bankunterlagen und mache ebenso eine Aufstellung.

Schulden Rechnungen

Schritt 2: Die Selbstauskunft bei der Schufa

Schufa ist die Abkürzung für „Schutzgemeinschaft für allgemeine Kreditsicherung“.

Die Institution sammelt Daten über Kredite und Kreditanfragen, Mahnbescheide, Inkassoverfahren und gerichtliche Entscheidungen. Du kannst jedes Jahr einmal kostenlos eine Selbstauskunft beantragen.

Die Auskunft beantragst Du direkt über das Online-Portal der Schufa. Per Post musst Du Nachweise über Deine Identität (Kopie des Personalausweises), Deine Meldebescheinigung und das ausgefüllte Formular schicken.

Achte bitte darauf, dass Du Dir eine vollständige Schufa-Auskunft und keine reine Bonitätsauskunft schicken lässt. In der Bonitätsauskunft stehen nicht die Gläubiger drin, bei denen Du Schulden hast. Alternativ zu dem Online-Antrag kannst Du Dir auch eine Schufa Auskunft bei bestimmten Filialen der Postbank für 29,95 € ausdrucken lassen. Über diesen Link findest Du die nächste Postbank Filiale, bei der dies möglich ist.

Neben der Schufa gibt es noch weitere Institutionen, bei denen Du Auskünfte bekommen kannst, wenn du Deine Schulden ermitteln möchtest. Die bekanntesten sind die Unternehmen Creditreform Boniversum, Infoscore Consumer Data und CRIF Bürgel.

Die Auskünfte, die Du bekommst, informieren Dich in erster Linie nicht über die Höhe der Schulden, sondern dienen dazu, dass Du Deine Gläubiger kennst.

Schritt 3: Einsicht in die Schuldnerliste beim Amtsgericht

In der Schufa stehen jedoch nicht alle Schulden. Ein Gläubiger ist nicht verpflichtet, Kredite, Ratenvereinbarungen und nicht bezahlte Schulden an die Schufa zu melden.

Trotzdem kann er beim Gericht einen Mahnbescheid erwirken. Beim zuständigen Amtsgericht Deines Wohnorts kannst Du Einsicht in die Schuldnerliste beantragen.

Die Auskünfte aus dem Vollstreckungsportal gehören dazu, um die Schulden korrekt zu ermitteln.

Wenn der Gerichtsvollzieher bereits tätig ist, um Schulden einzutreiben, ist es sinnvoll, mit ihm Kontakt aufzunehmen.

Handlungsfähig und zahlungsfähig bleiben: Das P-Konto als wichtiges Element

Schulden ermitteln ist immer eine sinnvolle Sache, wenn Dir der Überblick verloren gegangen ist. Gut, wenn Du selbst aktiv wirst und Deine Unterlagen sortierst sowie auf den neuesten Stand bringst.

Es ist aber auch wichtig, dass Du bei drohenden Mahn- und Vollstreckungsbescheiden zahlungsfähig bleibst.

Eine Gefahr, die Du auf jeden Fall abwenden solltest, ist die komplette Kontopfändung.

Mach Dein Girokonto zum sogenannten P-Konto. Das Pfändungsschutzkonto bietet einen automatischen Pfändungsschutz. Das heißt: Pro Monat darf ein Betrag in Höhe von 1.178,59 Euro nicht gepfändet werden. Darüber hinaus können für Angehörige weitere Freibeträge mit einer P-Konto Bescheinigung eingerichtet werden, die Du bei mir online beauftragen und erhalten kannst → www.p-konto.de

Bilderquellennachweis: Bild 1 – © ilze79; Bild 2 – benjaminec | PantherMedia

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