0221 27129356 kontakt@p-konto.de

Die häufigsten Fragen zur Einrichtung eines P-Kontos

Ein Pfändungsschutzkonto (kurz: P-Konto) ist ein Girokonto mit Pfändungsschutz.

Der Pfändungsschutz entsteht dadurch, dass der Kontoinhaber die Bank auffordert, sein Girokonto in ein Pfändungsschutzkonto umzuwandeln.

Mit der Umwandlung ist das Guthaben auf dem Pfändungsschutzkonto bis zur Höhe des persönlichen Pfändungsfreibetrags des Kontoinhabers vor dem Zugriff von Gläubigern nach einer Pfändung des Kontos geschützt. Der Kontoinhaber kann dann trotz Pfändung jederzeit bis zur Höhe seiner Freibeträge über sein Guthaben verfügen.

Solange das Konto nicht gepfändet ist, können Sie selbstverständlich auch über die Freibeträge hinaus über Guthaben verfügen.

Die Freibeträge auf dem Pfändungsschutzkonto haben erst dann Bedeutung, wenn das Konto tatsächlich gepfändet ist.

Das P-Konto ist an sich ein normales Girokonto, das lediglich um den Pfändungsschutz erweitert wird. Es leistet alles, was ein Girokonto auch leistet. Eine Grenze besteht dort, wo es auf Ihre Bonität ankommt. Die Bank wird also in der Regel Ihren Dispo kündigen und Ihre Kreditkarte einziehen. Sie können nur im Guthabenbereich verfügen. Als Ersatz für eine Kreditkarte gibt es meist eine Prepaid-Karte. Soweit die Bank Leistungen kündigt, muss sie jedoch die in den AGB vereinbarten Kündigungsfristen einhalten, kann also nicht über Nacht kündigen, nur weil Sie ein P-Konto wünschen.

Nein. Sie müssen bei Ihrer Bank ausdrücklich beantragen, dass Ihr Girokonto in ein P-Konto umgewandelt wird.

Die Bank darf sich nicht weigern und darf auch keine extra Gebühren dafür verlangen. Gibt es Probleme, können Sie den Ombudsmann um Vermittlung bitten und ein Schlichtungsverfahren in Gang bringen. Oder wählen Sie einfach eine andere Bank, zum Beispiel eine Online-Bank, bei der Sie ein Basisgirokonto im Guthabenbereich führen. Dieses sollte es problemlos geben.

Nein. Ihre Bank, bei der Sie Girokonto führen, ist gesetzlich verpflichtet, auf Ihren Antrag hin, Ihr Girokonto zu Beginn des vierten Geschäftstages nach Ihrem Antrag als P-Konto zu führen. Sie haben einen Rechtsanspruch auf ein solches P-Konto (§ 850k Absatz VII Satz 3 Zivilprozessordnung). Beantragen Sie also das P-Konto am Montag, muss es am Donnerstag zur Verfügung stehen. Samstag Sonn- und Feiertage sind keine Geschäftstage und zählen nicht.

Ein P-Konto gewährleistet, dass Sie stets, wenn ein Gläubiger Ihr Girokonto sperren lässt, über Ihr Guthaben in Höhe Ihrer persönlichen Freibeträge verfügen können. Erfahrungsgemäß werden Sie vom Zugriff eines Gläubigers überrascht und stehen vielleicht über das Wochenende ohne Geld in der Tasche da. Ein P-Konto sichert also Ihre Liquidität. Auch darf die Bank keine höheren Gebühren verlangen, als die, die sie für die Führung Ihres normalen Girokontos berechnet.

Die Höhe des Guthabens, über das Sie auf Ihrem P-Konto jederzeit und uneingeschränkt verfügen können, hängt von Ihren persönlichen Freibeträgen ab. Ihr Grundfreibetrag beträgt 1.073,88 € (Sockelbetrag). Diesen Grundfreibetrag können Sie erhöhen lassen, wenn Sie Unterhaltsverpflichtungen haben. Außerdem können Sie über auf dem Konto eingehende Sozialleistungen (z.B. Kindergeld) zusätzlich verfügen. Näheres siehe Freibeträge.

Wenn Sie Ihr Girokonto in ein P-Konto umwandeln, steht Ihnen automatisch Ihr persönlicher Grundfreibetrag in Höhe von 1.073,88 € zu. Dafür benötigen Sie keine Bescheinigung und keine Bestätigung. Nur dann, wenn Sie höhere Freibeträge geltend machen wollen, benötigen Sie die Bescheinigung. Näheres siehe Freibeträge.

Ja, wenn Sie Ihrer Bank eine P-Konto Bescheinigung vorliegen. Die P-Konto Bescheinigung können Sie bei mir erhalten. Nur wenn ein weiterer Freibetrag auf Ihrem P-Konto für die Kinder und das Kindergeld eingerichtet ist, können Sie über das eingehende Kindergeld verfügen.

Die Antwort muss sich an Ihrer Situation orientieren. Führen Sie Ihr Girokonto als P-Konto, wird die Bank Ihren Dispo und Überziehungskredit kündigen und Ihre Kreditkarte einziehen. Sie müssen dann mit dem auskommen, was an Guthaben auf Ihrem Konto ist. Ihre Bonität ist aus Sicht Ihrer Bank „angekratzt“. Soweit Sie Ihre Liquidität sicherstellen möchten, stehen die Vorteile des P-Kontos eindeutig im Vordergrund. Sollten Sie Ihre finanziellen Probleme geregelt haben, können Sie das P-Konto jederzeit in ein normales Girokonto zurück verwandeln.

Nein. P-Konten führen Sie ausschließlich im Guthabenbereich. Dispo und Überziehungskredit werden nicht bewilligt. Sofern Sie auf Ihrem normalen Girokonto einen Dispo hatten, wird die Bank den Dispo fristgerecht kündigen. Sie müssen dann Ihr Konto auf Null zurückführen. Allerdings darf die Bank den Dispokredit bei der Umwandlung Ihres Girokontos in ein P-Konto nicht automatisch fristlos kündigen, sondern muss sich an die in den Banken-AGB vereinbarte Kündigungsfrist halten.

Ja! Zwar war es früher schwierig, bei schlechter Bonität ein Girokonto zu bekommen. Nach dem Zahlungskontengesetz haben Sie aber auf jeden Fall Anspruch auf Einrichtung eines Basisgirokontos. Auf Ihre Bonität kommt es nicht an. Sie führen dieses Konto ausschließlich im Guthabenbereich. Daher bekommen Sie das Konto auch, wenn Sie die Vermögensauskunft gegeben haben und Ihre SCHUFA negativ ist. Viele Banken interessieren sich daher auch nicht mehr für Ihre SCHUFA-Auskunft.

Ja. Sie können Ihr P-Konto jederzeit wieder in ein normales Girokonto zurückführen. Sie brauchen dann nur Ihre Bank zu informieren (BGH Az. XI ZR 187/13). Die Bank darf die Rückwandlung nicht verweigern. Allerdings sollten Sie erst dann zurück verwandeln, wenn sich Pfändung oder das Risiko einer Pfändungsmaßnahme wirklich erledigt haben. Andernfalls riskieren Sie, dass ein Gläubiger Ihr Konto überraschend sperrt und Sie nicht über Ihr Guthaben verfügen können. Die Freibeträge stehen Ihnen nur zu, wenn Sie Ihr Girokonto als P-Konto führen.

Sie können Ihr Konto auch rein vorsorglich in ein P-Konto umwandeln und von der Bank jederzeit verlangen, dass Sie Ihr Girokonto als P-Konto führt. Sollte ein Gläubiger dann das Konto sperren lassen, können Sie trotzdem sofort über ein Guthaben in Höhe Ihrer persönlichen Freibeträge verfügen.

Sie können bei Ihrer Bank jederzeit beantragen, Ihr Girokonto in ein Pfändungsschutzkonto umzuwandeln. Die Bank ist verpflichtet, Ihr Girokonto ab dem vierten Geschäftstag als P-Konto zu führen. Ab diesem Zeitpunkt können Sie über Ihr Guthaben bis zur Höhe Ihres Grundfreibetrages verfügen.

Wenn Sie verheiratet sind oder Kinder haben, kann der Grundfreibetrag mit einer Bescheinigung nach § 850k ZPO noch weiter erhöht werden. Diese Bescheinigung zur Erhöhung des Freibetrages können Sie hier beauftragen.

Sie dürfen nur ein einziges P-Konto führen und damit Ihre Freibeträge nur einmal in Anspruch nehmen. Möchten Sie Ihr Girokonto in ein P-Konto umwandeln, fragt die Bank Ihre SCHUFA ab und meldet die Einrichtung Ihres P-Kontos. Allerdings darf die SCHUFA die Tatsache Ihres P-Kontos nicht in Auskünften an Dritten mitteilen, wenn Ihre Kreditwürdigkeit angefragt wird.

Nein. Sie dürfen nur ein einziges P-Konto unterhalten. Grund ist, dass Sie Ihre Freibeträge nur einmal in Anspruch nehmen können. Beantragen Sie die Umwandlung Ihres Girokontos in ein P-Konto, prüft die Bank anhand der SCHUFA, ob Sie bereits ein P-Konto besitzen. Ist dies ist der Fall, wird sie Ihren Antrag ablehnen. Sofern Sie tatsächlich mehrere P-Konten unterhalten, kann das Vollstreckungsgericht auf Antrag des Gläubigers anordnen, dass Sie nur noch ein Girokonto als P-Konto führen dürfen. Sie werden dazu nicht angehört. Da der Gläubiger bestimmt, welches Ihrer Girokonten Sie dann noch als P-Konto führen können, kann sie mit einer Pfändung ein sodann durch das Vollstreckungsgericht freigestelltes Girokonto überraschend sperren lassen und auf ein eventuell dort vorhandenes Guthaben zugreifen.

Ja! Das P-Konto schützt Guthaben jedweder Art. Es kommt nicht darauf an, aus welchem Grund und aus welcher Quelle das Guthaben auf dem Konto eingeht. Das P-Konto schützt also nicht nur Lohn und Gehalt des Arbeitnehmers, sondern auch Honorare, Provisionen und sonstige Einkünfte Selbstständiger und Gewerbetreibender. Als Selbstständiger brauchen Sie nicht mehr, so wie es früher der Fall war, beim Vollstreckungsgericht extra Vollstreckungsschutz für Ihre Einkünfte zu beantragen. Auf die berufliche Tätigkeit kommt es nicht mehr an. Der auf dem P-Konto gewährte Pfändungsschutz steht jedermann zu.

Sie können das Girokonto jederzeit in ein P-Konto umwandeln, auch wenn Sie einen Dispo nutzen. Aber: Die Bank darf eingehende Guthabenbeträge vorab mit dem Dispo verrechnen. Insoweit ändert sich nichts. Sonst würde der P-Konto-Schutz die Bank benachteiligen. Sie kommen dann erst wieder an Ihr Guthaben, wenn der Dispo ausgeglichen ist. Vor allem dürfte die Bank den Dispo (fristgerecht) spätestens aufkündigen, wenn eine Pfändung eingeht. Sind Sie auf die eingehenden Gelder angewiesen, sollten Sie mit der Bank eine Regelung treffen, wieviel davon auf den Dispo verrechnet werden und wieviel Ihnen verbleibt. Eine Ausnahme besteht für Sozialleistungen (z.B. Kindergeld). Diese darf die Bank nur mit Kontoführungsgebühren verrechnen. Sie wiederum müssen die Beträge innerhalb von 14 Tagen nutzen. Danach entfällt der Schutz!

Wenn Sie früher, als es das P-Konto noch nicht gab, über Ihr Guthaben auf dem Girokonto verfügen wollten, mussten Sie eigens beim Vollstreckungsgericht Pfändungsschutz beantragen. Diesen mühevollen Weg brauchen Sie nicht mehr zu gehen. Es genügt jetzt, ein P-Konto einzurichten. Ihr Guthaben ist dann automatisch in Höhe des Grundfreibetrages und mit einer P-Konto Bescheinigung durch weitere Freibeträge auch darüber hinaus vor einer Pfändung geschützt.