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Hatten Sie sich bislang in Eigeninitiative erfolglos bemüht, mit Ihren Gläubigern Ihre Zahlungsprobleme zu regeln, müssen Sie jetzt den formalen Weg des Verbraucherinsolvenzverfahrens beschreiten. Das Verfahren kann zwei Ziele haben. Das erste Ziel besteht darin, sich mit Ihren Gläubigern auf einen Schuldenbereinigungsplan zu verständigen, so dass das Verfahren nicht durchgeführt zu werden braucht. Ist eine Verständigung nicht möglich, besteht das Ziel darin, Ihre Verbindlichkeiten im Rahmen Ihrer wirtschaftlichen Möglichkeiten zu erledigen und wegen der verbleibenden Schulden letztendlich die Restschuldbefreiung zu erreichen. Daraus ergibt sich ein vorgegebener Verfahrensablauf.

1. Außergerichtlicher Einigungsversuch per Schuldenbereinigungsplan

Am Anfang steht auch jetzt wieder der Versuch, sich außergerichtlich mit den Gläubigern über eine Schuldenbereinigung zu verständigen. Kommt eine Einigung zustande, erübrigt sich die Durchführung des Insolvenzverfahrens. Ziel dieser Einigungsversuche ist es, den Gläubigern aufzuzeigen, dass sie zwei Alternativen haben. Alternative 1 ist die Verständigung auf eine einvernehmliche Schuldenbereinigung. Scheitert eine solche Verständigung, kommt als Alternative 2 nur das Verbraucherinsolvenzverfahren in Betracht. Die Kunst besteht darin, den Gläubigern zu verdeutlichen, dass eigentlich nur die Alternative 1 zweckmäßig ist und sie im Fall der Alternative 2 mit erheblichen Nachteilen zu rechnen haben.

Die Schuldenbereinigung, die Sie jetzt in Angriff nehmen, erfordert einen strategischen Plan. In einem Schuldenbereinigungsplan zeigen Sie Ihren Gläubigern auf, wie Sie in Anbetracht Ihrer wirtschaftlichen Gegebenheiten Ihre Verbindlichkeiten erledigen möchten. Darin sind die einzelnen Gläubiger mit ihren Forderungen nach deren Art und Höhe zu erfassen. Sie müssen die Gläubiger im Detail über Ihre Familien-, Einkommens- und Vermögensverhältnisse informieren. Es ist darzulegen, in welcher Form Sie die Forderungen bedienen möchten, ob Sie beispielsweise Ratenzahlungen oder auf die jeweilige Forderung einen Einmalbetrag entrichten wollen. Es empfiehlt sich, im Schuldenbereinigungsplan auch Vorsorge zu treffen, falls Sie krank oder arbeitslos werden und eine Anpassung Ihrer Ratenzahlungen erforderlich werden sollte.

Ein solcher Schuldenbereinigungsplan sollte aus sich heraus Überzeugungskraft entwickeln. Es ist wichtig, Ihre persönlichen Verhältnisse so darzustellen und offenzulegen, dass ein Gläubiger seine besten Chancen darin sieht, Ihrem Vorschlag zuzustimmen. Auch müssen Sie gegebenenfalls mit Ihren Gläubigern kommunizieren und eventuell bestehende Einwände aufgreifen und Rückfragen beantworten. Gerne kann ich, Rechtsanwalt Max Postulka, Sie unterstützen, einen strategisch durchdachten und zielorientierten Schuldenbereinigungsplan zu erstellen und diesen Plan mit Ihren Gläubigern kommunizieren und verhandeln.

2. Gerichtlicher Einigungsversuch per Schuldenbereinigungsplan

Scheitert der Versuch der außergerichtlichen Schuldenbereinigung, können Sie die Durchführung des Verbraucherinsolvenzverfahrens beim Gericht beantragen. Sie müssen dem Gericht eine Bescheinigung vorlegen, in der Ihnen eine „geeignete“ Person oder Institution bescheinigt, dass Sie innerhalb der letzten sechs Monate vor der Antragstellung eine Einigung mit Ihren Gläubigern versucht haben. Dieser Einigungsversuch war Ihr Schuldenbereinigungsplan. Sie können diesen ursprünglichen Schuldenbereinigungsplan auch jetzt noch konkretisieren und aufgrund der Erfahrungen mit Ihren Gläubigern den Gegebenheiten anpassen.

Eine solche Bescheinigung ist keine bloße Formalität. Sie werden diese Bescheinigung nur erhalten, wenn Sie sich haben persönlich beraten und Ihre Einkommens- Vermögensverhältnisse im Hinblick auf eine Schuldenbereinigung haben überprüfen lassen. Ihr vielleicht anfänglicher persönlicher und eigenverantwortlicher Versuch, mit Ihren Gläubigen klar zukommen, genügt dafür nicht mehr. Sie brauchen also unbedingt einen ordnungsgemäßen Schuldenbereinigungsplan.

Im ersten Schritt versucht auch das Gericht seinerseits, Ihre Gläubiger erneut dazu zu bewegen, Ihrem Schuldenbereinigungsplan zuzustimmen. Wenn Sie Glück haben und kein Gläubiger Einwendungen erhebt, ist Ihr Plan angenommen. Denn Schweigen gilt als Zustimmung.

Unter bestimmten Voraussetzungen hat das Gericht die Möglichkeit, die Zustimmung einzelner Gläubiger zu Ihrem Schuldenbereinigungsplan zu ersetzen. Sobald mehr als die Hälfte der Gläubiger zustimmt und deren Forderungen mehr als die Hälfte Ihrer gesamten Schulden ausmacht, kann das Gericht Ihren Schuldenbereinigungsplan akzeptieren. Es schadet dann nicht, wenn einzelne Gläubiger ihre Zustimmung verweigern, soweit sie mit der zwangsweisen Annahme des Schuldenbereinigungsplans gegenüber anderen Gläubigern wirtschaftlich nicht benachteiligt werden. Sieht das Gericht allerdings keinerlei Chancen, dass der Schuldenbereinigungsplan zum Erfolg führt, kann es auch sogleich das Insolvenzverfahren in Gang setzen.

3. Verfahrenseröffnung

Ist auch der gerichtliche Einigungsversuch gescheitert oder ordnet das Gericht sofort die Fortsetzung des Verfahrens an, ohne eine gerichtliche Einigung anzustreben, muss es in einem nächsten Schritt über die Eröffnung des Insolvenzverfahrens entscheiden. Das Verfahren wird nämlich nur eröffnet, wenn Ihr Vermögen wenigstens die Verfahrenskosten abdeckt, Sie einen entsprechenden Geldbetrag vorschießen oder das Gericht Ihnen die Kosten des Verfahrens gestundet hat.

Liegt eine dieser Voraussetzungen vor, eröffnet das Gericht das Verfahren. Es bestellt einen Insolvenzverwalter. Seine Aufgabe besteht darin, Ihr pfändbares Vermögen zu verwerten und an die Gläubiger zu verteilen. Zu Ihrem Vermögen zählt alles, was Ihnen zur Zeit der Verfahrenseröffnung an pfändbaren Gegenständen und Forderungen gehört und alles, was Sie während des Verfahrens erwirtschaften. Hierbei gelten die gleichen Maßstäbe wie bei der Pfändung durch den Gerichtsvollzieher.

4. Ihre Vorteile

Mit der Verfahrenseröffnung werden Zwangsvollstreckungsmaßnahmen Ihrer Gläubiger unzulässig. Ihre Gläubiger haben jetzt nur noch die Möglichkeit, ihre Forderung beim Insolvenzverwalter anzumelden. Besuche des Gerichtsvollziehers bleiben Ihnen ab sofort erspart. Ihr Leben verläuft jetzt nach geordneten Bahnen. Sie wissen jetzt genau, welche Beträge Sie für Ihren monatlichen Lebensunterhalt zur Verfügung haben und welche Beträge Sie aus Ihrem Einkommen den Gläubiger zur Verfügung stellen müssen. Vor allem aber haben Sie die Perspektive, nach spätestens sechs Jahren mit der Restschuldbefreiung wieder ein finanziell geordnetes Leben führen zu können.

5. Ihre Nachteile

Das Wort „Verbraucherinsolvenz“ wirkt abschreckend. Sie sollten es aber eher als Lösung Ihrer Probleme verstehen. Denn Nachteile haben Sie bereits, bevor Sie in die Verbraucherinsolvenz einsteigen. Im Regelfall machen Ihnen die Vollstreckungsmaßnahmen Ihrer Gläubiger ohnehin schon das Leben schwer. Mit der Abgabe der Vermögensauskunft sind absolut kreditunwürdig. Insoweit sind die Umstände der Verbraucherinsolvenz nicht unbedingt eine zusätzliche Belastung.

Die Eröffnung der Verbraucherinsolvenz wird in Ihrer Schufa und in das Schuldnerverzeichnis eingetragen. Dann sind Sie gleichfalls kreditunwürdig. Auch dieser Aspekt ist nicht unbedingt ein Nachteil, da Sie in der Zeit Ihrer Wohlverhaltensphase weitere Verbindlichkeiten unbedingt vermeiden sollten. Ihr Ziel besteht schließlich darin, sich Ihrer Verbindlichkeiten zu entledigen und nicht darin, neue Schulden anzuhäufen. Die Verbraucherinsolvenz ist insoweit Ihre große Chance. Es liegt an Ihnen, sie angemessen zu nutzen. Möchten Sie dabei die Richtung einhalten und das Ziel der Restschuldbefreiung nicht aus dem Auge verlieren, stehe ich, Rechtsanwalt Max Postulka, Ihnen gerne zur Seite.